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Ben Harmanus, Head of Community & Content Marketing DACH Unbounce

Du bist schon seit einiger Zeit als Head of Community & Content Marketing bei Unbounce. Wie kam es dazu?

Das Internet hat mich in den 90ern schnell begeistert und ich habe seitdem ziemlich viele Dinge ausprobiert. Ich komme aus dem Extremsport und über Blogs oder YouTube können sich Sportler mit geringen Budgets sehr gut vermarkten. Social Media hat dabei immer eine Rolle gespielt. Nichts geht über den Aufbau einer Community und einem spannenden Netzwerk. Es ist unglaublich, welche Kooperationen sich aus ein paar hin- und hergeschossenen Tweets ergeben!

 

Welche Bedeutung hat Conversion Optimierung für deine Arbeit?

Die Conversion-Optimierung ist für mich in zweierlei Hinsicht wichtig. Zum einen muss ich natürlich das Unbounce-Marketing hierzulande optimieren. Content Marketing ist eine wunderbare Sache, aber neben einer gesteigerten Brand Awareness wird natürlich auch erwartet, dass mehr Menschen unser Produkt testen und letztendlich, wenn ihnen unser Landing-Page-Baukasten zusagt, zu Kunden werden.

Zum anderen bin ich B2B-Content-Marketer. Ich vermittle Wissen darüber, wie man Conversions optimiert. Ich habe somit keine andere Wahl, als täglich noch mehr über Optimierungs-Möglichkeiten zu lernen – und das ist gut so!

 

Du sprichst auf der ConversionCon am 27.10. in Köln. Der Titel deines Vortrags ist „ Content, Karma & Conversions“. Warum ist dieses Thema so wichtig?

Conversion-Optimierung, Marketing Automation, Retargeting … wenn man diese Begriffe hört, dann klingt das alles sehr technisch. Die Conversion-Optimierung benötigt letztendlich technische Lösungen, um zu beweisen, dass ein Experiment eine “Verbesserung” gebracht hat. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir nicht Maschinen optimieren. Wir optimieren das Erlebnis von Menschen, die mit unserer Marke in Berührung kommen. Ich werde zeigen, wie ich jeden Tag die Marke in meine Entscheidungen mit einbeziehe und manchmal eben einen Gang zurückschalte, damit wir uns treu bleiben und der Unbounce-Community, ganz gleich ob Kunden oder Nicht-Kunden, nicht vor den Kopf stoßen.

 

Was können die Teilnehmer der ConversionCon aus deinem Vortrag für die tägliche Arbeit mitnehmen?

Warum Markenwerte so wichtig sind und wir sie alle endlich ernster nehmen sollten.

 

Wie würdest du das Thema Conversion Optimierung in Deutschland einstufen? Ist das Thema schon angekommen?

Es ist ein ganz schwieriges Thema. Ähnlich wie im Content Marketing driften die Erfahrungen selbst im Enterprise-Level weit auseinander. Silo-Denken und Unternehmenskultur-Probleme hindern uns in Deutschland Fortschritten. Unternehmen wie Zalando wissen wie es geht – Content und Conversions, sie gehören eher zu den Exoten.

 

Wie würdest du das Thema Conversion Optimierung aus Sicht der Führungsebene sehen? Wird hier noch zu wenig über dieses Thema nachgedacht?

Die Conversion-Optimierung muss eine hohe Priorität haben. Dafür müssen sich Unternehmen jedoch strukturell komplett umstellen. Ein paar Conversion-Optimierer einzustellen, wird ein Unternehmen nicht plötzlich auf den Growth-Pfad bringen.

Oftmals wird jedoch lieber mehr Geld in Traffic investiert, statt die gesamte Customer Journey des eigenen Publikums zu optimieren. Wer das noch ein paar Jahre so macht, steht bald mit dem Rücken zur Wand.

 

Wie sieht aus deiner Sicht die Zukunft der Conversion Optimierung aus? Welche Besonderheiten wird es geben?

Die Conversion-Optimierung wird kein rein technisches Feld. Sogenannte T-shapes, also Menschen mit Expertisé in einigen Feldern, aber auch überdurchschnittlichem Wissen in vielen anderen Bereichen, werden immer wichtiger.

Und auf einer anderen Ebene wird uns künstliche Intelligenz unterstützen, bessere Entscheidungen zu treffen – vielleicht müssen wir bei einfacheren Dingen gar keine Entscheidung mehr treffen.

Was ist deine bevorzugte Methode um die Conversion Rates zu steigern? Und warum?

Es kommt natürlich die Conversion an. Geht es um die Leadgenerierung, die Steigerung von E-Mail-Klickraten oder Anmeldungen zur Unbounce Testversion? Je nach Conversion-Ziel erhalte ich auch mehr qualitatives Feedback von meiner Zielgruppe. Insgesamt empfehle ich, dass das Feedback von der Community im Mittelpunkt steht. Trotzdem würde ich auch nicht auf quantitative Erhebungen verzichten bzw. Daten aus Analytics-Tools. Um nicht zu tief reinzugehen: Ich würde stetig testen … alles … immer wieder: E-Mails, Pop-Ups, Landing Pages, Texte … denn ein Mitbewerber macht es sicherlich schon und sprintet jeden Tag ein Stückchen davon.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir freuen uns, dich bald in Köln begrüßen zu dürfen und sind schon sehr auf deinen Vortrag auf der ConversionCon gespannt.

 

Als Unbounce im August 2009 von einem sechsköpfigen Team in Vancouver gegründet wurde, waren Landing Pages nicht mehr als ein Marketing Buzzword. Seitdem haben Unbounce maßgeblich dazu beigetragen, dass Landing Pages ihren Weg in den Mainstream finden. Der Landing-Page-Baukasten ermöglicht Online-Marketern, ohne die Hilfe von Webdesignern und IT Landing Pages zu erstellen, zu veröffentlichen und zu optimieren. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen über 150 Mitarbeiter in Kanada, Deutschland, Brasilien und Spanien. Lerne mehr über Landing Pages, Conversion-Optimierung und Content Marketing auf unbounce.com/de/blog.

 

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